tobianer Wir selbst sind anders als woher wir kommen?

17Okt/090

Ein Tag in “El Distrito Federal (D.F.) – Mexico City”

Mexikanische Wand

Mexikanische Wand

Mexico City ist so bunt, dass man nach zwei Tagen so viele Fotos an die Wand "posten" koennte, dass einem hoeren und sehen vergeht. Hier daher mal etwas ganz dezentes, reduziertes, ich wuerde sagen so ist es genau auf den Punkt gebracht. Diese ganz besonderen Exemplare einer Presse-Revue tauchten heute beim Umzug - wo ich gemeinsam mit ein paar Reisegefaehrten geholfen habe - ploetzlich aus dem Vorrat an Verpackungsmaterial auf. Ein Umzug in Mexiko City laeuft uebrigens nicht anders als in Muenchen, ausser dass man dabei eine Badehose tragen kann, wenn man will.
Bei genauerer Betrachtung der beiden Schoenheitskoeniginnen von 2009 faellt auf, dass diese nicht sehr mexikanisch aussehen. Das liegt daran das die sog. "Mestizos" nicht als Schoenheitsideal gelten, sondern dass man, beim mexikanischen "modern way of life", vom Wohlstand einmal abgesehen, wenn es um Lifestyle, Mode und letztendlich die aeusserer physischer Erscheinung geht, eifrig nach Europa herueberschielt. Aus diesem Grund haben mexikanischen Politiker z.B. auch nicht die selbe physische Erscheinung wie die Mehrheit der Bevoelkerung die sie vertreten.

15Okt/091

La llegada – Die Ankunft

Wir sind anders als woher wir kommen, fuehlen uns oft in unseren Alltagsroutinen und den taeglichen Notwendigkeiten eingeengt, aber aber sobald wir dann woanders hingehen, sehnen wir uns ploetzlich kurz bevors losgeht zurueck nach all der bequemen Gewohnheit.
Das sich loseisen war diesmal noch schwieriger als sonst. Voellig Uebernaechtigt, gehezt, gestresst, von den Vorbereitungen in der Arbeit, um eine makellose Uebergabe hinzubekommen, uebervoll mit Gedanken, inneren Checklisten, paranoiden Aengsten, wie z.B.: "Wo ist mein Impfpass?" und "Was ist wenn ich mein Ladegeraet fuers Handy vergessen habe?" Manchmal frage ich mich, ob ich fuer die Freiheit nach der ich mich immer so sehr sehne ueberhaupt geschaffen bin.
Ankunft - ein langer Tag, Abflug am Mittag, um 14:00 Uhr von Frankfurt, dann insgesamt 12 Stunden Flug, aber wegen der Zeitverschiebung Ankunft um 19:00 Uhr, wenn es eigentlich 3:00 Uhr frueh sein muesste. Formulare im Flugzeug ausfuellen, mein achtjaehriger Sitznachbar namens Irakli hilft mir dabei, weil ich gerade nicht die Flugnummer parat habe. Dafuer leihe ich ihm meine Schulter und meinen Unterarm, auf den er friedlich schlummert waehrend ich auf einen winzigen steinzeitartigen Bildschirm am Ende der Kabine starre und versuche mich zu entspannen. Die Maya-Indianer behaupten die modernen Fortbewegungsmittel waeren nur sehr schwer zu verkraften fuer den Menschen, fuer Koerper Geist und Seele, da vor allem beim Fliegen der Ortswechsel so schnell von Statten gehe, dass die Seele nicht mitkomme. Ein Gedanke der einem einem nach 12 Stunden Flug durchaus plausibel erscheint. Kann aber auch an der Uebrmuedung liegen, oder?
Wir werden durch die Passkontrolle geschleust, eine Waermekamera registriert die vor der Linse vorbeiziehenden Einreisenden und misst ihre Temperatur. Ich sehe im vorbeigehen mein buntes "Waermebild" und es erscheint 37,5 an der rotesten Stelle, irgendwo zischen Herz und Magen. ich erschrecke. Fuehle mich auf unangenehme Weise an die Schweinegrippe erinnert. Im Flugzeug war nur eine junge Frau in einer grauen Jogginghose, die sich bei der Ankunft einen Mundschutz angelegt hatte. Das war noch ertraeglich. Aber jetzt - jetzt fuelte ich mich doch ein wenig unwohl. Beim Ausfuellen des Fragebogens, ob ich in letzter Zeit Symptome wie Hitzewallungen, Kopfweh, Halsweh, Schnupfen, Halsweh usw. hatte, faellt mir neben mir eine deutsche touristin auf, weil sie so laut schnieft. Ja man kann schon ganz schoen krank werden, wenn man zu viel Nachdenkt. Im Flugzeug las ich eine Schlagzeile ueber die Fraglichkeit des Impfschutzes der jetzt kommen soll. Fuer mich riecht das alles nach einer gezielt gesteuerten PR-Kampagne der Pharmaindustrie, die sog. "Impfluege" die Geschaefte mit den Aengsten der Menschen macht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ankunft. Ich wundere mich, dass ich kein fieber habe, so heiss wie mir ist, und leicht uebel, und muede. Der Boden bewegt sich wellenartig. Ein eigenartiges Phaenomen, das mir schoen oefters bei Reisen nach Mexiko aufgefallen ist. ich druecke auf einen Zufallsknopf, es ist wie eine "Zoll-Lotterie". Der Gewinner wird gefilzt. bei mir leuchtet es gruen fuer "Go". ein guets Zeichen. Ich sehe am eingang Rosita und Anali winken. Ein noch besseres Zeichen. Ist vielleicht alles gut, trotz allem? Was fuer ein Geschenk, in einer Stadt anzukommen die einem beim Blick aus dem Flieger wie eine Haeuser, Menschen und Schicksaalsmeer begruesst. Bis an den Horizont nichts als Haeuser. Und die fette Boing mit ihren wackelnden tonnenschweren Fluegeln fegt mitten hindurch, hinein, in eine andere Welt.

12Okt/090

Es ist gar nicht so leicht – bevor es losgeht

Der Alltag, die Arbeit, das Vorbereiten haben einen so fest im Griff, dass es mir unvorstellbar erscheint - bis jetzt noch - dass ich schon übermorgen Abend in Mexiko-City auf der Wohnungsauszugsparty in dem Apartment einer Freundin sein werde...

Abdruck des Alltags

Abdruck des Alltags