tobianer Wir selbst sind anders als woher wir kommen?

16Nov/091

San Christobal

DSC06198

Ein friedlicher, pitoresker Ort. Es gibt hier viele Indianer und viele Touristen und dementsprechend auch viel Konsum. San Christobal ist ein bisschen wie Regensburg, nur eben in Chiapas. Man kann hier guenstig einkaufen: Kunsthandwerk, Bernstein, bunte Armbaendchen, Halsketten. Wenn man zu Hause einen Weltenladen, oder eine Herrenboutike mit oekologischem Touch haette, koennte man hier ganze Kontainer einkaufen, kaum etwas kostet mehr als 5 Euro. Und bei uns koennte man es fuer 20 Euro verkaufen. Das haben sich auch schon andere gedacht. Deswegen sind sie hiergeblieben, singen ihre Lieder, basteln Schmuck und hoffen, dass ihre Auslandskrankenkasse noch ein Jahr Gueltigkeit behaelt.
Ueber diesen Ort gaebe es sicherlich soviel zu erzaehlen wie ueber Regensburg, vielleicht sogar mehr. Die Stadt ist schon etwas kosmopolitischer als der Durchschnittsbayer sich vorzustellen vermag. Hier leben angeblich viele Auswanderer, aber es koennte sein, dass die sich meist in den Bergen verstecken. Die Berge sind uebrigens wie bei uns, nur mit Baeumen bis ganz nach oben.
Es gibt hier ein interessantes Cafe, das innen sehr gemuetlich ist, das Tierradentro, was soviel wie "Erde im Innern" heisst. Da trifft man "Traveler", wie sie mit ihren MacBooks dasitzen und mit der ganzen Welt chatten, waerend sie ihren Chiapas-Latte-Macchiato schluerfen und vielleicht beim Blick an eine der bemalten Waende der Zapatisten-Bewegung (EZLN, Subkomandante Marcos) an "soziale Gerechtigkeit" mit den Indianern und ueberhaupt unter allen Menschen auf der Welt denken.
www.tierradentro.org.mx

PS: Gibt es in Regensburg eigentlich einen Burgerking¿

17Okt/091

Der Abstand zwischen mir und dir

Coyoacán - das Glockenbachviertel von Mexico City (D.F.)

Coyoacán - das Glockenbachviertel von Mexico City (D.F.)

Wenn man durch die Strassen von "el D.F." schlendert, kann es durchaus vorkommen, dass man sich wie in einem Traum fuehlt. Mir ist in Muenchen neulich am Hauptbahnhof auf der Strasse eine Frau in oder besser gesagt, an einer oeffentlichen "Telefonzelle" aufgefallen, weil es eben nicht mehr so ganz alltaeglich ist, auf diese Art und Weise zu telefonieren. Ich fragte mich warum sie wohl dort telefonierte, und ausgerechnet noch einer so nah an einer verkehsrreichen Strasse? Mit wem sie wohl sprach? Hatte sie denn kein Handy hatte? Vielleicht war sie ein Ferngespraech.
In Mexiko City ist alles anders, so anders, dass aus der Sicht eines Europaeers schon bald alles auf sehr angenehme Weise normal ist. Vielleicht liegt es am Jetlag, vielleicht an der Hitze, vielleicht an dem tosenden Laerm des Strassenverkehrs, oder an den schier unbegrenzten Moeglichkeiten von Erscheinungen und Eindruecken, die sich einem bieten: Heute kommt mir alles vor wie in einem Traum.
Ich frage mich also nicht, warum dieser Mann von einem oeffentlichen Apparat aus telefoniert und auch nicht mit wem. Im Auge des Betrachters zeigen sich so viele Bilder und Eindruecke, dass sie wie ein Film an einem vorueberziehen. Ploetlich scheint der Film wie in einem Standbild anzuhalten und es taucht diue Frage in mir auf, in welcher Realitaet die Menschen hier und anderswo leben. Was ist der Unterschied zwischen einer Strassenszene zu Hause und hier? Gewiss, der Alltag. Aber die Wunder sind ueberall. Es liegt im Auge des Betrachters und ddie Fragen und die Antworten kommen und gehen, egal ob wir sie wahrnehmen, oder nicht.
Da steht einer und telefoniert, gleichzeitig kommt jemand um die Ecke. Wo kommen sie alle her, wo gehen sie hin? Wie sieht ihr Leben aus? Und wie meines? Nichts neues, alle scheinen auch hier irrsinnig beschaeftigt zu sein. Es ist beim gehen durch diese brodelnde Stadt ein bisschen so, wie wenn sich auf der Landstrasse zwei Autos mit rasender Geschwindigkeit entgegenkommen und die Fahrer sich fuer den Bruchteil einer Sekunde in die Augen blicken...

17Okt/090

Ein Tag in “El Distrito Federal (D.F.) – Mexico City”

Mexikanische Wand

Mexikanische Wand

Mexico City ist so bunt, dass man nach zwei Tagen so viele Fotos an die Wand "posten" koennte, dass einem hoeren und sehen vergeht. Hier daher mal etwas ganz dezentes, reduziertes, ich wuerde sagen so ist es genau auf den Punkt gebracht. Diese ganz besonderen Exemplare einer Presse-Revue tauchten heute beim Umzug - wo ich gemeinsam mit ein paar Reisegefaehrten geholfen habe - ploetzlich aus dem Vorrat an Verpackungsmaterial auf. Ein Umzug in Mexiko City laeuft uebrigens nicht anders als in Muenchen, ausser dass man dabei eine Badehose tragen kann, wenn man will.
Bei genauerer Betrachtung der beiden Schoenheitskoeniginnen von 2009 faellt auf, dass diese nicht sehr mexikanisch aussehen. Das liegt daran das die sog. "Mestizos" nicht als Schoenheitsideal gelten, sondern dass man, beim mexikanischen "modern way of life", vom Wohlstand einmal abgesehen, wenn es um Lifestyle, Mode und letztendlich die aeusserer physischer Erscheinung geht, eifrig nach Europa herueberschielt. Aus diesem Grund haben mexikanischen Politiker z.B. auch nicht die selbe physische Erscheinung wie die Mehrheit der Bevoelkerung die sie vertreten.